Als erstes sollte man seinem fli4l-Router einen Namen geben. Im Beispiel ist dies fli4l.
Das hier angegebene Passwort wird für das Einloggen in den fli4l-Rechner benötigt - sei es per Tastatur direkt am Router oder per SSH von einem anderen Rechner aus (hierzu wird das sshd-Package benötigt).
Das Passwort ist ab Version 1.5 zwingend.
Standard-Einstellung: PASSWORD='fli4l'
Standardwert: BOOT_TYPE='fd'
BOOT_TYPE legt im weitesten Sinne das Bootmedium fest. Diese Variable steuert, welche zusätzlichen Treiber (Kernel-Module) und Start-Scripts mit in das rootfs aufgenommen werden. Zum Verständnis eine kurze Skizze des Bootvorgangs:
Zur Zeit sind folgende Werte für BOOT_TYPE gültig:
Mit dieser optionalen Variablen kann man einstellen ob, bei Verwendung von zwei Disketten (BOOT_TYPE='fdx2' oder 'dualfd'), auf der zweiten Diskette Platz reserviert werden soll für z.B. DHCP-Leases. Die Angabe wird in Bytes gemacht. Man braucht sich nicht um Cluster zu kümmern, beim Build wird auf Cluster abgerundet.
Beispiel:
PRESERVE='40000'
Im Moment wird diese Variable nur beim Windows-build berücksichtigt.
Standardeinstellung: PRESERVE='0'
Hier wird eingestellt, wie die Boot-Diskette gemountet werden soll. Es gibt 3 Möglichkeiten:
Bei bestimmten Konfigurationen ist es unbedingt erforderlich, die Diskette Read/Write anzumelden, z.B. wenn man den DHCP-Server einsetzen oder die imond-Log-Datei auf der Diskette anlegen möchte.
Standard-Einstellung: MOUNT_BOOT='rw'
Hier wird eingestellt, wie lange der syslinux Bootloader warten soll, bis automatisch mit der Standard-Installation gebootet wird.
Im Paket HD besteht die Möglichkeit, über OPT_RECOVER eine Funktion zu aktivieren, mit der eine Notfallinstallation aus einer laufenden Installation erstellt werden kann. Diese kann im Bootmenü über die Wahl der Recover-Version aktiviert werden.
Sollte hier der Wert '0' eingestellt sein, wartet der syslinux Bootloader bis der Anwender die Standard- oder die Recover-Version auswählt und aktiviert!
Standard-Einstellung: BOOTMENU_TIME='20'
Uhren ticken in der Unix-Welt und damit auch unter fli4l normalerweise nach der UTC (Coordinated Universal Time), einer weltweit einheitlichen Uhrzeit, die vor der Verwendung in die lokale Zeit umgerechnet wird. TIME_INFO liefert fli4l die dafür notwendigen Informationen über die Namen der Zeitzonen, die Differenz zu UTC und Regeln, wann auf Sommerzeit und wieder zurück gewechselt wird. Damit das korrekt funktioniert, muß die Hardware Uhr auf UTC gestellt werden (entspricht der Londoner Winterzeit) oder über das Paket chrony mit einem Timeserver synchronisiert werden (diese liefern UTC aus).
Die Einträge in TIME_INFO bedeuten dabei folgendes:
TIME_INFO='MEZ-1MESZ,M3.5.0,M10.5.0/3'
Normalerweise braucht man diesen Wert nie anzufassen, es sei denn man sitzt in einer anderen Zeitzone. Will man die Werte anpassen, sollte man einen Blick auf die Spezifikation der Umgebungsvariable TZ werfen, die unter folgender URL zu finden ist (englisch): http://www.opengroup.org/onlinepubs/007904975/basedefs/xbd_chap08.html
Legt die Version des zu verwendenden Kerns fest. Entsprechend dieser Variable werden der Kern aus img/kernel-<kernel version>.<compression extension> und die Kernel-Module aus opt/files/lib/modules/<kernel version> selektiert.
Der Inhalt dieser Variable wird an die Kommandozeile des Kerns in der syslinux.cfg angehängt. Für Systeme ohne Tastatur-Controller bietet sich hier 'nokbd' an. Manche Systeme benötigen für korrekten Reboot 'reboot=bios'. Bei WRAP-Systemen also 'nokbd reboot=bios'.
Der Inhalt dieser Variable legt den Typ der Kompression für den Kernel fest. Mögliche Werte sind 'gzip', 'bzip2' (Kernel 2.4) und 'lzma' (Kernel 2.6).
Der Inhalt dieser Variable legt den Typ der Kompression für das rootfs fest. Mögliche Werte sind 'gzip', 'bzip2' und 'lzma' (Kernel 2.6).
Der Inhalt dieser Variable legt den Typ der Kompression für das OPT-Archiv fest. Mögliche Werte sind 'bzip2' und 'lzma'.
Mit Hilfe dieser Variable kann man die maximale mögliche Anzahl gleichzeitiger Verbindungen manuell einstellen. Normalerweise wird anhand des eingebauten Arbeitsspeichers automatisch ein sinnvoller Wert ermittelt, wobei folgende Voreinstellungen verwendet werden:
Automatische Einstellung der maximalen Verbindungsanzahl.
| Arbeitsspeicher in MiB | gleichzeitige Verbindungen |
| 16 | 1024 |
| 24 | 1280 |
| 32 | 2048 |
| 64 | 4096 |
| 128 | 8192 |
Bei Einsatz von FileSharing-Programmen hinter oder auf dem Router und wenig
Arbeitsspeicher ist die maximale Anzahl gleichzeitiger Verbindungen aber
sehr schnell erreicht und zusätzliche Verbindungen können nicht mehr
aufgebaut werden.
Das äußert sich in Fehlermeldungen wie
ip_conntrack: table full, dropping packet
oder
ip_conntrack: Maximum limit of XXX entries exceeded
Mittels IP_CONNTRACK_MAX lässt sich nun die maximale Anzahl gleichzeitiger Verbindungen fest auf einen bestimmten Wert einstellen. Aber seid gewarnt. Jede einzelne mögliche Verbindung kostet 350 Bytes an Arbeitsspeicher, der nicht mehr für andere Dinge genutzt werden kann. Setzt man also 10000, so sind gerundet 3,34 MB Arbeitsspeicher für den normalen Gebrauch verloren (Kernel, Ramdisks, Programme).
Bei 32 MiB RAM sollte es kein Problem sein, mal eben 2 oder 3 MiB für die ip_conntrack-Tabelle zu reservieren, bei 16 MiB wird es knapp und bei 12 oder sogar 8 MiB ist absolute Sparwut angesagt.
Die momentan benutze Einstellung lässt sich auf der Konsole mit
cat /proc/sys/net/ipv4/ip_conntrack_max
anzeigen und mit
echo "XXX" > /proc/sys/net/ipv4/ip_conntrack_max
zur Laufzeit setzen, wobei XXX für die Anzahl der Einträge steht. Die Einträge in der IP_CONNTRACK-Tabelle selbst können auf der Konsole mit
cat /proc/net/ip_conntrack
angesehen und mit
cat /proc/net/ip_conntrack | grep -c use
gezählt werden.
Standard-Einstellung: IP_CONNTRACK_MAX=''
Wird diese Option auf yes gesetzt, versucht fli4l bei einem halt den Router via APM auszuschalten. Voraussetzung dafür ist ein Rechner mit einem ATX-Netzteil und einem APM-fähigen BIOS.
Bei manchen BIOS-Versionen muß Linux vor dem Aufruf einer APM-Funktion erst in einen speziellen Prozessormodus wechseln. Aktivieren sollte man diese Option, wenn das Auschalten ohne nicht funktioniert.
Standard-Einstellung: IGNORE_KSOFTIRQ='no'
Wenn der fli4l-Router als reiner eth-Router eingesetzt werden soll ist das IRQ Handling des Linux Kernels nicht optimal. Bedingt durch die hohe Interruptlast sinkt die mögliche Datenübertragungsrate unnötig. Wenn IGNORE_KSOFTIRQ='yes' gesetzt wird schaltet der Linuxkernel auf eine andere Art der Interruptbehandlung um. Mit der Einstellung 'yes' steigt die Datenübertragungsrate bei reinem eth-Routern deutlich. Die Einstellung kann auch zur Laufzeit durch Schreiben von '0' (für 'no') und '1' (für 'yes') in /proc/sys/kernel/ignore_ksoftirq geändert werden.
Details zu dem geänderten Verhalten finden Sie auf der Website
http://www.ussg.iu.edu/hypermail/linux/kernel/0112.2/1414.html.
Standardeinstellung: LOCALE='de'
Einige Komponenten sind mittlerweile mehrsprachfähig. Dazu zählen beispielsweise das Konsolen-Menü und die Weboberfläche. Mit dieser Variablen können Sie die bevorzugte Sprache auswählen. Verschiedene Komponenten haben noch eine eigene Einstellung womit diese Grundeinstellung, wenn nötig, überlistet werden kann. Wenn die hier angegebene Sprache bei einem Komponenten (noch) nicht verfügbar ist, wird auf Englisch zurückgefallen.
Wenn KEYBOARD_LOCALE='auto' wird versucht ein zu der LOCALE-Einstellung passendes Tastatur-Layout ein zu stellen.
Bisher sind folgende Einstellungen möglich: de, en, es, fr, hu, nl.
Das Fli4l-Team